Ein neuer Ostalbkrimi zur richtigen Zeit

Anja Jantschik in ihrem Element: ihr neunter Ostalbkrimi wird vorgestellt.

 

Eine Buchvorstellung mit zwei Landräten – einem a.M. und einem n.W. – das schafft auch nur Anja Jantschik, im echten Leben Journalistin, die den schwäbischen Wald und die Gemeinden um Gmünd wie ihre Westentasche kennt. Als ihr neues Buch „Klopfzeichen“ am 17. Juli in Böbingen am alten Bahndamm vorgestellt wird, lässt es sich Klaus Pavel – Landrat „auslaufendes Modell“ – nicht nehmen, ein letztes Mal seinen geschätzten Ostalbkrimi vorzustellen. Vor illustrem Publikum. Sage und schreibe 19 Bürgermeister ließen sich dieses Event nicht entgehen! Darunter Noch-Erster-Bürgermeister Joachim Bläse, Landrat in „nervöser Wartestellung“; im September wird er die Nachfolge Pavels antreten. Und mit Karl Bühler und Rainer Barth ließen sich auch zwei Altbürgermeister das Treffen mit ihren früheren Kollegen nicht entgehen.
Klaus Pavel sprach es offen an, warum so viele der Einladung nach Böbingen gefolgt sind: Alle treibt die Sorge um, ob sie im Buch gut wegkommen; manch einen sogar die Angst, vielleicht in der Rolle des Mörders aufzutauchen.

Gmünder Kommunalpolitik im Visier

Landrat Klaus Pavel führt in den neunten Ostalbkrimi ein.

Landrat Klaus Pavel führt in den neunten Ostalbkrimi ein.

 

Mit Akribie und viel Freude am Detail führte Pavel sodann in das Buch ein, in dem Greta Thunberg auftaucht, die Sozialen Medien hinterfragt werden und vor allem die Gmünder Kommunalpolitik ganz schön kritisch unter die Lupe genommen wird. „Die werden überrascht sein“, kündigt der Landrat an.
Überrascht war auch Michael Rembold alias Michel Rimbald, der das markante R beherrscht wie niemand sonst. „So, Frrrau Sanderrr, gell, jetzt dem’rrr uns a bissale zammareissa“, zitierte Pavel den Waldstetter Bürgermeister, der Ira in einer misslichen Lage erscheint – nicht leibhaftig, denn Ira halluziniert. Warum er der Corona-Superspreader des Ostalbkreises sein könnte, ist eine spannende, wenn auch etwas gewagte Deutung Pavels. Doch zu viel wollte der Landrat a.M. nicht verraten. „Lesen Sie es im Buch nach!“

Bücher machen, wenn die Zeit reif ist

Jörg Schumacher - gegen den Strom

Jörg Schumacher, Geschäftsführer des einhorn-Verlags, schwimmt derzeit gegen des Strom.

 

Dass der einhorn-Verlag mit der Veröffentlichung von „Klopfzeichen“ gegen den Strom schwimmt, machte Jörg Schumacher deutlich. Wegen Corona seien 70 Prozent der geplanten Bücher gestrichen oder verschoben. „Bücher muss man herausbringen, wenn die Zeit dazu reif ist“, ist der Geschäftsführer überzeugt.
Auch Gastgeber Bürgermeister Jürgen Stempfle zeigte sich erfreut über die Buchvorstellung, denn sie war dieses Jahr die erste Veranstaltung im Bürgerpark. Er lobte die tiefe Verbundenheit der Autorin zum Ostalbkreis. Daran knüpfte Anja Jantschik an. Sie fühle sich hier tief verwurzelt und sehr wohl. „Wir leben da, wo andere Urlaub machen.“ Bei ihrem neuen Buch habe sie sich besonders angestrengt, viel Humor einzubauen. „Die Leute brauchen gerade jetzt was zu lachen …“
Entspannt ließen die geladenen Gäste den Abend am Forstwagen ausklingen; die Autorin selbst war allerdings noch einmal beim Signieren ihrer Bücher gefordert.

Auch Polizeichef Gerald Jüngel lässt sich ein Buch signieren.

Auch Polizeichef Gerald Jüngel lässt sich ein Buch signieren.

Ostalbkrimis von Anja Jantschik

Für viele Bürgermeister ein wichtiges Event: die Buchvorstellungen der Ostalbkrimis von Anja Jantschik