Viele neue Gesichter

Vorstellung des einhorn-Jahrbuch 2019 im RathausDas neue einhorn Jahrbuch spannt den Bogen von Konradin, dem letzten Staufer, bis zur Remstal-Gartenschau. 304 Seiten dick, mehr als 20 Autorinnen und Autoren wirkten mit – ein opulentes Geschichtsbuch, schön bebildert und mit einem starken Chronikteil ist quasi die Ernte des Jahres, die der einhorn-Verlag und alle Mitwirkenden seit 1974 Jahr für Jahr einfahren. Mit den verschiedenen Beiträgen wird Geschichte vor dem Vergessen bewahrt und das zurückliegende Jahr in Wort und Bild festgehalten

Immer im Dezember wird das Jahrbuch vorgestellt. Am Dienstag, 17.12., war es wieder soweit: Oberbürgermeister Richard Arnold begrüßte im Barockzimmer im Rathaus eine illustre Runde, darunter Dr. Max Tillmann, den neuen Leiter des Gmünder Museums, Dr. David Schnur, Leiter des Gmünder Stadtarchivs, und Karl-Heinz Hegele, Vorsitzender des Gmünder Geschichtsvereins. Für ihn sei das Jahrbuch ein Stück Heimat und Wärme, betonte der OB in seinem Grußwort.

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Erfreut zeigte sich Redakteurin Brigit Markert, dass dieses Jahr sechs neue Autoren mitwirkten: Neben Max Tillmann sind dies Prof. Dr. Manfred Wespel, der frühere Rektor der Gmünder PH, Wilhelm Lienert, Erich Wenzel und Walter Lösch sowie Herrmann Glaser aus Rottenburg, der an diesem Tag die weiteste Anfahrt hatte. In der anschließenden Vorstellungsrunde wurde deutlich, welch breites Spektrum das neue Jahrbuch hat.

Gmünd hat sich prächtig weiter entwickelt

„Unendlich glücklich in Schwäbisch Gmünd!“ – mit dem Motto der Remstal-Gartenschau in Gmünd beginnt das einhorn Jahrbuch 2019. Der erste Beitrag zeigt, wie prächtig sich Gmünd 2019 weiter entwickelt hat: Zum blühenden Stadtrundgang, dem attraktiven Zeiselberg und dem Aussichtsturm Lindenfirst kamen Wanderwege in der Königsklasse und die „Via Sacra in Gamundia“ hinzu. An die Gartenschau knüpft das Festival Europäische Kirchenmusik an, das unter dem dieses Jahr passenden Motto „Alles im Fluss“ stand. „Was für eine Saison!“, beginnt Katharina Lampe ihren Rückblick auf die vier Wochen, die Gänsehaut-Momente bescherten und eine Welle der Begeisterung auslösten.

Glanzvoll war das Jahr im Museum

Nicht minder glanzvoll war das Jahr im Museum, wie Joachim Haller zeigt: Von feinen Früchtchen über die wirkungsmächtigen Skulpturen von Reiner Seliger bei der Ausstellung „broken bricks“ bis hin zu den Perltaschen im Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik reichte das Spektrum. Einen besonderen Glanzpunkt setzt der Krönungsmantel, der 2019 nach jahrelanger Arbeit fertig gestellt wurde und ebenfalls im Prediger ausgestellt wird – welch unglaubliche Arbeit dahinter steckt, erzählte Gundi Mertens, die Vorsitzende des Staufersaga-Vereins.

Und weil das Museum mit Dr. Max Tillmann einen neuen Leiter hat, ist es eine Ehre, dass der Kunsthistoriker das einhorn Jahrbuch als Plattform nutzt: In seinem Beitrag „Wie das Gmünder Museum den guten Geschmack zu erfinden versuchte – damals und heute!“ legt er dar, wie sich das Museum in den nächsten Jahren weiterentwickeln soll. Beiträge über den Neujahrsempfang, das 750-jährige Jubiläum Straßdorfs und ein Plädoyer für mehr Wege zu Fuß von Erich Wenzel runden den Chronikteil ab.

Detektivische Spurensuche bei den Aufsätzen

Auch der Aufsatzteil ist wieder prall gefüllt mit Beiträgen, z.B. über die Franziskanerbibliothek, deren verschollenen Büchern Hermann Glaser auf detektivische Weise nachspürte – in London wurde er fündig! Der Gerberzunft widmete sich Karl-Heinz Hegele und fand heraus, dass sie eher in den Schmiedgassen als in den Ledergassen zu finden war.

David Schnur untersuchte die Geschichte des eigenen Hauses während der NS-Zeit, die bislang noch nicht beleuchtet wurde, obwohl die Zeit zwischen 1933 und 1945 zentral für die Geschichtsforschung ist. Er bezeichnete den damaligen Stadtarchivar Albert Deibele als Glücksfall, weil er dem Regime kritisch gegenüber stand. Weitere fundierte Beiträge über das Ende des Ersten Weltkriegs in Gmünd und die Russengräber auf dem Leonhardsfriedhof von Dr. Ulrich Müller runden den Aufsatzteil ab.

Traumhaft schöne Fotos

Genügend Lesestoff für die Zeit zwischen den Jahren – ganz herzlich dankte Birgit Markert am Ende der gut einstündigen Vorstellungsrunde den Autorinnen und Autoren, dass sie Lust auf eine vertiefende Lektüre gemacht haben. Der Dank galt auch Mediengestalter Marco Fahnow, der für die ansprechende Gestaltung sorgte, Sina Wamsler, die vor allem im Wirtschaftsteil fleißig mit redigierte, Johannes Paus für traumhaft schöne Fotos von Gmünd und natürlich Geschäftsführer Jörg Schumacher, der den großzügigen Rahmen für eine solch schöne Publikation schafft.

Birgit Markert