Mittelalter lebendig

Staufer-Romanautor bei Großdeinbacher Landfrauen

„Frauen sind labil, führen andere in Versuchung, sind zänkisch, herrisch und stets bemüht, den Mann zu unterjochen und ihn jeder Lebensfreude zu berauben.“


Mit diesem Satz eines mittelalterlichen Kirchenvaters sorgte Timo Bader bei den Großdeinbacher Landfrauen erst einmal für Aufregung.
Schwäbisch Gmünd-Großdeinbach. Bei seiner Lesung im Wirtshaus zum „Löwen“ las der Gmünder Autor aus seinem historischen Roman „Die Chronistin der Staufer“ (Einhorn-Verlag) und erzählte Spannendes und Wissenswertes rund um die Frauen des Mittelalters.
Die zweite Vorsitzende Angelika Buschle begrüßte den Lehrer vom Max-Planck-Gymnasium Schorndorf herzlich. Mit großer Leidenschaft präsentierte Timo Bader anschließend Textauszüge und zog die zahlreichen interessierten Zuhörerinnen in seinen Bann. Henrike, die weibliche Hauptfigur und Tochter eines welfischen Ministerialen, macht sich in der Geschichte auf den Weg von Braunschweig nach Konstanz.
Von Rachsucht getrieben, will sie ihren Geliebten töten, der sie ihrer Ehre beraubt hat. Gespannt lauschten die Landfrauen Baders Anekdoten über die Entstehung des Romans. Auch Friedrich Barbarossa widmet sich der Gmünder Autor in seinem Roman. Eisern verteidigt der berühmte Stauferkaiser die Ehre des Reiches.
Doch der Kreuzzug König Konrads, die Freundschaft mit Heinrich, der dem Geschlecht der Welfen angehört, und die Verlockungen der Macht stellen seine moralischen Grundsätze auf eine harte Probe. In der letzten Leseprobe stand dann wieder Henrike im Mittelpunkt.

Immer tiefer verstrickt sie sich in die lasterhafte Welt, bis sie eines Tages, als Mönch verkleidet, in das Kloster Lorch gelangt. In dieser Männerdomäne stehe sie ihre Frau, verriet Timo Bader den Landfrauen.

Erschienen in der Gmünder Tagespost vom 05.02.2014.

Erschienen in der Gmünder Tagespost vom 05.02.2014.

 

Die Chronistin der Staufer

Timo Bader, Einhorn-Verlag, 14,80 €.

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