Kaspar und die Johanniskirche

Dass man sich im Stauferjahr in Schwäbisch Gmünd vermehrt mit der Geschichte der Stadt befasst, mag nicht verwundern. Passend dazu lud der 1983 in Mutlangen geborene Gmünder Lehrer und Autor, Timo Bader, in die Johanniskirche zur Lesung aus seinem Roman „Im Bann der Staufer“ ein.

Schwäbisch Gmünd. Bislang war der Autor in erster Linie als Verfasser fantastischer Science-Fiction-Erzählungen auch im Internet bekannt geworden. Nun aber versuchte er sich im Gegensatz dazu an einem historischen Roman aus der Gmünder Stadtgeschichte, in die er sich vertieft hatte und aus der rechtzeitig zum Stauferjahr ein fantasievolles Werk hervorging. Das spielt in der Zeit, als die Gmünder Johanniskirche gebaut wurde und der Enkel Barbarossas, Friedrich II., zum deutschen König gewählt wurde und der bis zu seinem Tode Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war und der nach einem Kreuzzug 1229 die Krone des Königreichs Jerusalem trug.

Der dem Staufergeschlecht entstammende Kaiser war als hochgebildeter Mensch, dem man den Beinamen „das Staunen der Welt“ gab, seiner Zeit weit voraus. Vor diesem Hintergrund und dem des Baus der Gmünder Johanniskirche spielt der Roman Baders, wobei der Schauplatz bis nach Palermo reicht. Eine Liebesgeschichte fehlt auch nicht im Roman, der in einer Zeit angesiedelt ist, in der sich nach der Ermordung Philipps von Schwaben Staufer und Welfen blutige Auseinandersetzungen lieferten und der junge Kaspar nach Schwäbisch Gmünd kommt.

Bevor jedoch Timo Bader rund um den Bau der romanischen Pfeilerbasilika fabulierte, gab es zur Einstimmung von der Staufermusik-Gruppe „Batheri“ unter der Leitung von Susanne Wiker in historischen Gewändern und Instrumenten Musik aus dem Mittelalter.

In der Geschichte erzählte Timo Bader, wie es hätte sein können, und eingebettet darin auch viele geschichtliche Fakten. Dass aber da sein Romanheld Kaspar auf den Baumeister trifft, der an der Stelle der abgebrannten Kirche eine neue errichten will, und dass dort der Jüngling auch seine Liebste findet, ist wiederum der Fabulierkunst von Timo Bader zu danken, der dann auch die vielen Figuren und Wasserspeier sowie die Ornamente an der Kirche der Vision seines Romanhelden zuweist. Aber so hätte es ja gewesen sein können, als der Baumeister den Kaspar als seinen Gehilfen anheuerte. Mit ihm bewegte man sich dann durch die Baugeschichte der Basilika, die im Roman in einem fanatisch eifernden Mönch einen Widersacher fand, der die vielen Widerstände, die den Bau hemmten, zum Anlass nahm, gegen den Bau zu wettern. Der aber wuchs trotz aller Fährnisse und dem Tod des Baumeisters Johannes in die Höhe und gelang schließlich zum Besten.

Dass der Kaspar als Nachfolger des Baumeisters bei der Einweihung ein Loblied auf die Gmünder singt, verwundert (angesichts des Stauferjubiläums) nicht und dass er seiner Liebsten einen Heiratsantrag macht, schon einmal gar nicht. Die Zuhörer dankten Bader mit viel Beifall, und der verkündete, dass eine Fortsetzung des Romans folge.